Vorwort
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–[057:2] Die Darstellung soll durchgehend zeigen, in welcher Weise die behandelten Probleme gerade auch für erziehungswissenschaftliche Forschung von Bedeutung sind. Die Kennzeichnung einer Methode als»wissenschaftlich«oder»sozialwissenschaftlich«ist uns allein noch kein hinreichender Grund, sie in den Kanon erziehungswissenschaftlicher Forschungsmethoden aufzunehmen. Wir haben uns deshalb bemüht, diesen Bezug zum Gegenstand der Erziehungswissenschaft immer wieder hervorzuheben und auch eine Beschränkung auf Teilbereiche der Erziehungswirklichkeit (z. B. auf die Schule) zu vermeiden.
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–[057:3] Methoden sind zwar das unerläßliche Handwerkszeug der wissenschaftlichen Arbeit, sie enthalten aber einen konservativen Zug dann, wenn – um im Bild zu sprechen – der Inhalt des Werkzeugschrankes für das einzig mögliche und auch für die Zukunft gültige Instrumentarium gehalten wird. Zum wissenschaftlichen Umgang mit Methoden gehört deshalb vor allem die Reflexion der Prinzipien der Herstellung jenes Werkzeugs zur Bearbeitung immer neuer Gegenstände. Wir haben deshalb gerade diese Fragen wesentlich ausführlicher erörtert, als das sonst meist geschieht. Der größte Teil des Buches (das 1. und das 2. Kapitel) ist darauf konzentriert.
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–[057:4] Das bedeutet jedoch nicht, daß wir einen methodischen Relativismus vertreten, nach dem letzten Endes alles möglich sei. Vielmehr scheint uns unwiderlegbar, daß es universale»Grund|A 8|regeln«der Mitteilung von Erkenntnis gibt, sofern gelten soll, daß solche Mitteilung für andere kontrollierbar und also auch korrigierbar ist. Dies scheint uns das Kernproblem der wissenschaftlichen Methode zu sein. Wir haben es deshalb – auch mit Bezug auf die für die Erziehungswissenschaft unerläßliche Frage nach der wissenschaftlichen Behandlung normativer Probleme (also der relevanten Handlungsziele) – ausführlicher behandelt als sonst üblich.
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–[057:5] Schließlich ist die wissenschaftliche Methode (jedenfalls im Hinblick auf pädagogisches Handeln) nichts anderes als eine Art Perfektionierung von Operationen, die ein notwendiger Bestandteil auch des Alltagshandelns sind. Wir haben deshalb – teils in entwickelnder Argumentation, teils in der Form von illustrierenden Vergleichen – diesen Bezug immer wieder herzustellen versucht. Diese Relationen sich immer wieder zum Bewußtsein zu bringen, ist deshalb erforderlich, weil viele der differenziert ausgearbeiteten, gegenwärtig gebräuchlichen Verfahren derart»abstrakt«erscheinen, daß ihr Zusammenhang mit Operationen des Alltagshandelns nicht mehr ohne weiteres offensichtlich ist.
1. Kapitel
Alltagshandeln und wissenschaftliche
Methode
1. Das Orakel
»Wissenschaft«
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–[057:20] Situationen, in denen Leute sich auf die Frage konzentrieren, ob sie überhaupt verstanden haben, was jemand, der etwas zu erzählen weiß, mitteilen möchte;
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–[057:21] Situationen, in denen Leute sich darauf konzentrieren, ob jemand das, was er mitteilen will – und von dem sie meinen, es verstanden zu haben – auch in der rechten Ordnung dargestellt hat.
2. Methodische Operationen im Alltagshandeln
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–[057:28] solche, in denen nach dem sozialen Kontext von Ereignissen und Äußerungen und den Handlungszielen gefragt wird,
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–[057:29] solche, in denen nach der Bedeutung von Symbolen (sprachlichen und nicht-sprachlichen) gefragt wird,
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–[057:30] solche, in denen nach der Ordnung, Gliederung, Logik von Äußerungen bzw. Ereignissen gefragt wird,
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(1)[057:48] A könnte daraufhin B Vorhalten, daß er das»viel zu oberflächlich sehe«, denn er wisse ja (beispielsweise) nur, was die Erwachsenen tun, nicht aber, was in den Kindern vor sich gehe.
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(2)[057:49] Außerdem habe er (B) ja selbst keine Kinder und möchte wohl gern die Schuld für die Schwierigkeiten, die er in der Schule mit den Kindern habe (nehmen wir an, B ist Lehrer) auf die Eltern abschieben. – B könnte darauf erwidern, daß man ähnliches ja auch von A behaupten könne. – Vielleicht würde A sich dagegen verwahren und darauf verweisen, daß Eltern schließlich ein größeres Interesse an ihren Kindern haben als Lehrer.
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(3)[057:50] B könnte das zugestehen, aber gleichzeitig behaupten, daß deshalb wohl auch der Blick von A für die Realitäten getrübt sei. – A würde vielleicht erwidern, daß das, was B»getrübten Blick«nenne, in Wahrheit ein scharfer Blick sei: Durch das größere Interesse am Kind sehe man auch mehr und anderes.
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(4)[057:51] Außerdem: Für manche Kinder mag ja richtig sein, daß die Schule machtlos ist. Für die eigenen Kinder jedoch gelte das Umgekehrte. – Das hält auch B für möglich.
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(5)[057:52] Um dem Gespräch eine andere Wendung zu geben, bringt B vielleicht einen neuen Einfall ins Spiel: Es könne ja sein, daß die Frage deshalb so schwer entscheidbar ist, weil Familie und Schule sich in ähnlicher Lage befinden und eigentlich die vielen anderen Lebensumstände des Kindes (Gleichaltrigengruppen, Berufserwartungen, Massenmedien usw.) viel stärker prägend wirken als Familie und Schule zusammen. – In dieser Frage sind |A 25|sich dann möglicherweise A und B rasch einig. – Das Gespräch droht zu versiegen.
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(6)[057:53] Da bemerkt A noch einmal, mit einem Ton von Selbstkritik, daß man vielleicht noch nicht die richtige Umgangsform mit den Kindern gefunden habe.
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(7)[057:54] B fragt:»Was heißt richtig? Auf Elternversammlungen gibt es gerade darüber immerfort Streit. Da hat jeder seine eigene Ansicht!«– A:»Aber man müßte doch vernünftig darüber reden können!«
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(1)[057:56] Es wird auf Beobachtungsfehler und darauf, daß die zitierten Beobachtungen gar nicht geeignet seien, die behauptete Theorie in Frage zu stellen, hingewiesen. Es steht also zur Diskussion, daß, um eine Behauptung zu überprüfen, die Prüfoperationen auch genau und hinreichend dem entsprechen müssen, was in der Theorie (als Hypothese) behauptet wird.
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(2)[057:57] Es wird geltend gemacht, daß die Neigung, bestimmte Hypothesen zu akzeptieren und andere zu verwerfen, vom Handlungszusammenhang abhängig sein könnte und daß dieser pragmatische Kontext nicht nur bewirken könne, bestimmte Fragen besonders aufmerksam zu verfolgen, sie mit größerer Sorgfalt einer Prüfung zu unterziehen, sondern auch in der Prüfung nachlässiger zu sein, um die eigene praktische Situation nicht zu gefährden, also an möglicherweise falschen Behauptungen aus Interessengründen festzuhalten.
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(3)[057:58] Solche»Befangenheit«durch den pragmatischen Kontext eines Erkenntnisvorgangs hat nicht nur Folgen für die Auswahl relevanter Hypothesen oder Theorien, sondern auch für die Beobachtungsakte, deren man sich zur Überprüfung bedient; das betrifft sowohl den Umfang der Beobachtungen wie auch deren Richtung, die Verwendung von Beobachtungskategorien.
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(4)[057:59] Es wird erwogen, daß vielleicht beide Gesprächspartner»Recht haben«könnten und daß der vermeintliche Widerspruch zwischen beiden Behauptungen damit zusammenhängt, daß jede der beiden Behauptungen sich auf andere Kinder bezieht, die vielleicht unter anderen Bedingungen heranwachsen: Es wurde |A 26|also fälschlicherweise für jede Behauptung Repräsentanz angenommen, d. h., es wurde unterstellt, daß die gemachten Beobachtungen über den eigenen Erfahrungskreis hinaus gelten können.
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(5)[057:60] Schließlich wird die Hypothese völlig neu konstruiert: Das bewirkte Ereignis (Prägung der Kinder) bleibt gleich, aber die bewirkenden Ereignisse werden neu festgesetzt; in den Behauptungen (Hypothesen) von der Art »wenn X, dann Y (»wenn ein Kind in die Schule geht, dann wird es dort so stark geprägt, daß die Einflußmöglichkeit der Eltern demgegenüber sehr gering bleibt«), bleibt zwar Y bestehen, aber als X wird ein neues Datum eingesetzt mit der Annahme, daß diese neue Hypothese sich besser bestätigen läßt als die alte. Die Prozedur der Überprüfung von Behauptungen, in denen ein Ereignis erklärt werden soll, können wir deshalb grundsätzlich als Versuch ansehen, durch Auswechseln oder Präzisieren der Ausdrücke in einem»wenn …«-Satz zu allmählich immer akzeptableren Formen des ganzen Satzes zu kommen.
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(6)[057:61] In der»selbstkritischen«Bemerkung wird zweierlei angesprochen: Einerseits wird die von B vorgeschlagene Änderung des hypothetischen Modells noch weiter differenziert, und zwar dadurch, daß in Erwägung gezogen wird, die Klassifikation der X-Daten folge vielleicht einem unzweckmäßigen Kriterium: Statt Klassen von sozialen Feldern (Familie, Schule, Gleichaltrigengruppe usw.) solle man deshalb Klassen von Umgangsformen, die Erwachsene mit Kindern praktizieren, als neue Variable ins Spiel bringen (»Variable«heißen die X- und Y-Ausdrücke; wird von einer Variablen angenommen, daß sie die Ursache der anderen ist, dann heißt die erste»unabhängige«und die zweite» abhängige«Variable). Zugleich aber ist von der»richtigen«Umgangsform die Rede. Das kann zweierlei bedeuten: eine Umgangsform, die Bedingungen erfüllt, die in der Hypothese von der unabhängigen Variablen verlangt werden (nämlich das»Geprägtsein«von Kindern zu erklären); aber auch eine Umgangsform, die als praktisch, als ethisch richtig akzeptiert werden kann.
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(7)[057:62] Diese zweite Bedeutung greift B auf und deutet mit dem Hinweis darauf, daß in dieser Frage»jeder seine eigenen Ansichten habe«, an, daß an dieser Stelle des Gesprächs möglicherweise die Grenze einer rationalen Argumentation erreicht sei. A mag das nicht akzeptieren und holt auch über die Frage des praktisch (nicht nur theoretisch) Richtigen noch einen argumen|A 27|tierenden Diskurs für möglich. Das heißt: A nimmt offenbar an, daß die Entscheidung darüber, welche relevanten Kriterien für theoretische Fragestellungen Geltung beanspruchen können, auch wenn die Kriterien praktischer (moralisch-ethischer) Natur sind, noch in einem»vernünftigen«Diskurs herbeigeführt werden könne.
3.
»Universale« und
»historische« Kriterien der Forschung
- [057:64]
1.Ist die Festlegung auf die genannten Kriterien vielleicht eine dogmatische Verengung von Erkenntnisprozeduren auf einen besonderen historisch erreichten Stand? Werden damit vielleicht Alternativen in der Forschung erschwert oder unmöglich gemacht, von denen man noch gar nicht wissen kann, ob sie nicht viel eher neue Erkenntnisse möglich machen würden? Und schließlich: Hat eine solche Festlegung vielleicht im Erziehungsfeld Folgen (für die Nutzung der Forschungsergebnisse und ihre praktische Bedeutung), die manch einer sich nicht wünscht?
- [057:65]
2.Haben wir in unseren Interpretationen dessen, was die zitierten Sprecher zum Ausdruck bringen, nicht etwas unterstellt, was diese Sprecher vielleicht nicht entfernt im Sinne hatten? Haben wir uns mit unserer Interpretation vielleicht unser wesentliches Argument erschlichen, und zwar dadurch, daß wir die von uns für wichtig gehaltenen Kriterien wissenschaftlicher Operationen in die Texte jener Sprecher hineingedeutet haben und also gerade nicht im Alltagshandeln selbst jene Operationen nachgewiesen haben?
4.
»Mythen des Alltags« und
das Eulenspiegel-Prinzip
4.
»Mythen des Alltags« und das Eulenspiegel-Prinzip
2.Kapitel
Grundoperationen und
Gütekriterien
2.Kapitel
Grundoperationen und Gütekriterien
1.Verfahren des Interpretierens
1.Verfahren des Interpretierens
Der Hausvater ist dem durch Beschluß der Generalversammlung des Hilfsvereins vom 12. Mai 1852 eingesetzten Verwaltungsausschusse für die Einhaltung nachstehender Hausordnung verantwortlich. Sowohl das Aufsichts-, Hilfs- und Dienstpersonal als die Zöglinge des Hauses sind ihm daher unbedingten Gehorsam schuldig, und die Eltern und Angehörigen der letzteren haben bei dem Eintritt derselben ausdrücklich auf jede dieser Hausordnung zuwider laufende Einwirkung auf die Kinder zu verzichten. §. 2.
Zur Aufrechterhaltung der Hausordnung steht dem Hausvater je einen Monat ein Mitglied des Verwaltungsausschusses als Hausinspektor zur Seite, dessen Name in dem Schulzimmer angeschrieben steht. Jede durch die Umstände gebotene Abweichung von der Hausordnung ist diesem wo möglich vorher zur Anzeige zu bringen. In wichtigen Fällen hat derselbe dem Vorsitzenden des Verwaltungsausschusses sofort Bericht zu erstatten. §. 3.
Betrifft eine solche Abweichung den Unterricht, so hängt sie von der Zustimmung des Schulinspektors ab, der der städtischen Schulcommission für die Aufrechterhaltung aller für die Elementarschulen geltenden gesetzlichen Bestimmungen verantwortlich ist. øAufsichts-, Hilfs- und Dienstpersonal muß den Zöglingen des Hauses durch Arbeitsamkeit und sittlichen Lebenswandel mit gutem Beispiel voran gehen; widrigenfalls hat der Hausvater die ungesäumte Entfernung zu beantragen. §. 5.
Die Kinder haben allen Personen, denen bei ihren Arbeiten die Aufsicht über sie von dem Hausvater anvertraut wird, wie diesem selbst zu gehorchen. Jede Verletzung der Ordnung und jede Unsittlichkeit, welche zu einer Zeit begangen wird, wo keine erwachsene Person zugegen ist, muß von den anwesenden Kindern offen zur Anzeige gebracht werden, wenn sie sich nicht zu Mitschuldigen machen wollen. §. 6.
Kein Kind darf auch nur einen Augenblick das Haus oder die Umzäunung des Gartens verlassen, ohne von den Hauseltern Erlaubnis oder einen Auftrag erhalten zu haben. Auch in diesem Falle wird aber jeder anderweitige Gang als Gesetzwidrigkeit bestraft, ebenso das Ausbleiben über die verstattete Zeit. §. 7.
Der Verkehr der Zöglinge mit ihren Angehörigen unterliegt nach §. 5 der Statuten der Aufsicht des Hausvaters, der aber nur in besonders dringenden Fällen den Kindern erlauben kann, die Ihrigen zu besuchen, ohne vorher die Zustimmung des jedesmaligen Hausinspektors eingeholt zu haben. Für die Besuche der Angehörigen im Hause ist die Zeit von 1½ bis 3 Uhr nachmittags jeden Sonn- und Feiertag bestimmt. Wenn jedoch eine üble Einwirkung auf die Kinder ersichtlich ist oder ihnen heimlich Eßwaaren und dgl. zugesteckt werden, kann durch einen Beschluß des Verwaltungsausschusses den einzelnen Angehörigen die Erlaubnis zum Besuch der Kinder ganz entzogen werden. Wer sich zu einer Beschwerde berechtigt glaubt, hat dieselbe bei dem Hausvater, Hausinspektor oder Vorsitzenden des Ausschußes anzubringen.
vdt. der Magistrat der kgl. b. Stadt Schweinfurt
Schultes, rechtsk. Bürgermeister, Schweinfurt, den 1. Juni 1855.
Der Verwaltungsausschuß, Dr. L. v. Jan Vorsitzender, Fr. Chr. Käppel Schriftführer. Anhang: Die Kost besteht am Sonntag, Dienstag und Donnerstag als Frühstück aus Milch oder Kafe mit Brot, an den übrigen Tagen aus Suppe, als Abendessen an allen Tagen aus Suppe. Das Mittagessen besteht täglich abwechselnd aus Gemüse, Reis, Gerste, Erbsen, Bohnen kerne u. s. w. Am Sonntag, Dienstag u. Donnerstag wird hierzu Fleisch verabreicht. Nach hiesiger Sitte gibt es jeden Donnerstag Kraut, jeden Freitag Klöse. Außer Sonntag und Freitag kommen zum Mittagessen Kartoffel als Nebenspeise. Vor- und nachmittags gibt es trockenes Brot. An Sonntagen gibt es Butterbrot, bei Feld- und Gartenarbeiten Obst oder Käse und etwas zum Trinken.«
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2.Zum Problem der Klassifikation
2.Zum Problem der Klassifikation
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1.
| Form | Inhalt |
| sprachlich | kognitiv |
| nicht-sprachlich | emotional |
| Interaktionen | ||
| positiv bestimmt | problematisch bestimmt | |
| expressiver Bereich | Übereinstimmung | Nicht-Übereinstimmung |
| instrumenteller Bereich | Antworten | Fragen |
3.Schemata empirischer Aussagen
3.Schemata empirischer Aussagen
[1]Das Prüfen empirischer Hypothesen
[1]Das Prüfen empirischer Hypothesen
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(1)
[2]Erklärungen
[2]Erklärungen
–Weil Stege dieser Bauart maximal mit einem Gewicht von 20 Zentnern belastet werden dürfen – du hast ihn aber mit 30 Zentnern belastet.
– Es ist jetzt im Trotzalter, das fast jedes Kind durchmacht.
– Es war dort kein Telefon in der Nähe.
Also mußte/sollte P, um Streit zu vermeiden, H realisieren.
Sofern jemand disponiert ist, zweckrational zu handeln, wird er in einer Situation vom Typ S stets (mit hoher Wahrscheinlichkeit) H realisieren, wenn Streit vermieden werden soll.
Also hat P die Handlung H realisiert.
Gleichwohl wird man sich fragen können, ob die Erklärung nicht auch anders erfolgen kann, etwa so: P war in S mit dem Ziel Z; P erwartete, daß sie Z unter der Bedingung H erreichen konnte, und deshalb realisierte sie H. – Diese Beschreibung verwendet nur besondere Sätze – bleiben sie dennoch erklärend? Gibt es vielleicht Formen der Erklärung, die nicht in das Schema von Hempel/Oppenheim fallen?
P war in S mit dem Ziel Z.
P dachte: wenn H, dann Z.
(Zwischenüberlegung: Wird sie ihr Wissen praktisch verwerten, indem sie H realisiert?)
P realisierte H.
(Frage: warum? zufällig? weil sie ihr Wissen um die Zweck-Mittel- Relation Z/H praktisch verwertete? aus anderen Gründen?)
Offenbar ist für den Empfänger einer Erklärung des Typs:
[3]Prognosen
[3]Prognosen
Prognose: Sofern D der Fall sein wird, wird K der Fall sein, und zwar, weil SR
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»Daten« : |
»Konklusion« : |
|
»Ich habe den Jugendlichen gesagt: wenn
ihr in dieser Situation über die Stränge schlagt, ist es
hier aus mit den Reformen. Sie haben betont, daß sie
ebenso dieser Meinung sind und daß sie keinesfalls einen
Rückfall wünschen …«
|
»Die Jugendlichen werden mitspielen und
mir keine Schwierigkeiten machen.«
|
4.Gütekriterien
4.Gütekriterien
[1]Bemerkungen zur Einteilung
[1]Bemerkungen zur Einteilung
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[2]Bedeutsamkeit
[2]Bedeutsamkeit
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1.
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| theoretisch-empirischer Diskurs | praktischer Diskurs | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| K | Behauptungen | Gebote/Bewertungen | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| kontroverser Geltungsanspruch | Wahrheit | Richtigkeit/Angemessenheit | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| vom Opponenten geforderte | Erklärungen | Rechtfertigungen | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| D | Ursachen Motive |
Gründe | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| SR | Gesetzesaussagen, Wahrscheinlichkeitsaussagen | Handlungs-/Bewertungsnormen | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| S | Beobachtungssätze, Feststellungen etc. | Angabe von gedeuteten Bedürfnissen (Werten) etc. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| (nach: Habermas 1973b). | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
[3]Objektivität
[3]Objektivität
Antwort:
Erwiderung:
| Gruppen-Aggressions-Index | Zuwachs aggressiver Interaktionen nach Ansehen des Films | ||
| davor | danach | ||
| In der Gruppe mit aggressivem Film | 30 | 60 | 30 |
| In der Gruppe mit neutralem Film | 30 | 60 | 30 |
| Zuwachs aggressiver Interaktionen nach Vorführung des | |||
| aggressiven Films | neutralen Films | ||
| Schichtzugehörigkeit | Unterschicht | 30 | 0 |
| Mittelschicht | 0 | 30 | |
| Summe: | 30 | 30 |
| Schicht | Interaktionstyp | Erhebungszeit | Interaktionshäufigkeit Film | |
| aggressiv | neutral | |||
| Unterschicht | aggressiv | davor | 20 | 20 |
| danach | 50 | 20 | ||
| kooperativ | davor | 5 | 5 | |
| danach | 10 | 5 | ||
| insgesamt | davor | 100 | 100 | |
| danach | 250 | 100 | ||
| Mittelschicht | aggressiv | davor | 10 | 10 |
| danach | 10 | 40 | ||
| kooperativ | davor | 10 | 10 | |
| danach | 1 | 50 | ||
| insgesamt | davor | 100 | 100 | |
| danach | 20 | 200 |
| Film | Zeit | Anteile aggressiver Interaktionen in der | |
| Unterschicht | Mittelschicht | ||
| aggressiv | davor | 20% | 10% |
| danach | 20 % | 50 % | |
| neutral | davor | 20 % | 10 % |
| danach | 20 % | 20 % |
| Film | Zeit | Anteile kooperativer Interaktionen in der | |
| Unterschicht | Mittelschicht | ||
| aggressiv | davor | 5 % | 10 % |
| danach | 4 % | 5 % | |
| neutral | davor | 5 % | 10 % |
| danach | 5 % | 25 % |
| Film | Zeit | Verhältnis aggressiver zu kooperativen Interaktionen in der | |
| Unterschicht | Mittelschicht | ||
| aggressiv | davor | 20 : 5 | 10 : 10 |
| danach | 50 : 10 | 10 : 1 | |
| neutral | davor | 20 : 5 | 10 : 10 |
| danach | 20 : 5 | 40 : 50 |
[4]Validität
[4]Validität
a)Interne Gültigkeit der Verfahren
a)Interne Gültigkeit der Verfahren
| Schüler | Testpunktwert | Beurteilung durch Lehrer | |
| A | B | ||
| Marianne | 20 | 2 | 4 |
| Michael | 5 | 5 | 3 |
| Gerd | 10 | 3 | 5 |
| Bernhard | 17 | 2 | 3 |
| Wolfgang | 2 | 6 | 2 |
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b)Externe Gültigkeit (Repräsentanz) der Verfahren
b)Externe Gültigkeit (Repräsentanz) der Verfahren
| Gruppenmitglied: | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | |
| Gruppe 1: | 4 | 3 | 2 | 1 | 0 | (erhaltene Wahlen) |
| Gruppe 2: | 4 | 3 | 2 | 1 | 0 | (erhaltene Wahlen) |
3.Kapitel
Beobachtung, Befragung,
Experiment
3.Kapitel
Beobachtung, Befragung, Experiment
1.Beobachtung als Alltagsoperation und Methode
1.Beobachtung als Alltagsoperation und Methode
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1.
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1.
2.Partizipationsgrade der Beobachtung und die Rolle des Beobachters/Befragers
2.Partizipationsgrade der Beobachtung und die Rolle des Beobachters/Befragers
3.Theorie und Beobachtung
3.Theorie und Beobachtung
4.Die Form des Beobachtungsgegenstandes
4.Die Form des Beobachtungsgegenstandes
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–
5.Die theoretische Funktion der Beobachtung
5.Die theoretische Funktion der Beobachtung
6.Direkte und indirekte Beobachtung
6.Direkte und indirekte Beobachtung
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7.Die Form des Beobachtungsberichtes
7.Die Form des Beobachtungsberichtes
8.Allgemeine Merkmale des Experimentes
8.Allgemeine Merkmale des Experimentes
9.Die Kontrolle möglicher Störfaktoren
9.Die Kontrolle möglicher Störfaktoren
| Schüler Lfd. Nr. | 1. Erhebung | 2. Erhebung | Differenz |
| 1 | 2 | 2 | 0 |
| 2 | 4 | 5 | +1 |
| 3 | 9 | 10 | +1 |
| 4 | 3 | 8 | +5 |
| · | · | · | · |
| · | · | · | · |
| · | · | · | · |
| N | · | · | · |
| Summen Σ | – | – | – |
| Mittelwerte M | – | – | – |
| Streuungen s | – | – | – |
| Schüler Lfd. Nr. | Experimentalgruppe N = 20 | Kontrollgruppe N = 20 | ||||
| 1. ø | 2. ø | ø | 1. ø | 2. ø | ø | |
| 1 | 2 | 2 | 0 | 9 | 9 | 0 |
| · | · | · | · | · | · | · |
| · | · | · | · | · | · | · |
| · | · | · | · | · | · | · |
| 20 | 5 | 7 | 2 | 6 | 7 | 1 |
| Summen etc. |
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1.
| Erhebung | E-Gruppe 1 Mittelwert | E-Gruppe 2 Mittelwert | K-Gruppe Mittelwert |
| 1. | 4,34 | (Keine ø) | 4,15 |
| 2. | 7,10 | 5,22 | 4,66 |
10.Experimentaltypen
10.Experimentaltypen
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–
4.Kapitel
Ein exemplarisches Verfahren
erziehungswissenschaftlicher Forschung – Die Inhaltsanalyse
4.Kapitel
Ein
exemplarisches Verfahren erziehungswissenschaftlicher Forschung – Die
Inhaltsanalyse
1.Begriff und Gegenstandsbereich
1.Begriff und Gegenstandsbereich
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–
2.Die Inhaltsanalyse einzelner Textmerkmale
2.Die Inhaltsanalyse einzelner Textmerkmale
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–
-
–
3.Die Inhaltsanalyse grundlegender Textstrukturen (Diskurs-Modelle)
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1.
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…«
…«
Anhang
Anhang
Einschränkungen, Verzerrungen und Fehler der Beobachtung und Berichterstattung
Einschränkungen, Verzerrungen und Fehler der Beobachtung und Berichterstattung
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1.
1.Zur Frage zutreffender Beobachtungen
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a)
-
–
-
–
-
a)
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–
2.Zur Frage richtiger Beschreibungen
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Verkürzungen:
Systematische Literaturempfehlungen
Systematische Literaturempfehlungen
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Methodologie und
Wissenschaftstheorie: