"    Rundgespräch im Anschluß an das Gespräch Mollenhauer und Schulze \n  Gruschka \n  eröffnet das Gespräch mit der Frage: Warum hat die Kritische Theorie die geisteswissenschaftliche Pädagogik nicht stärker angeregt und befruchtet? Klaus Mollenhauer sagte, die Kritische Theorie war wichtig, um sich von den Vätern zu emanzipieren. Zu einer wirklichen Begegnung ist es anscheinend nicht gekommen. Blieb man nicht faktisch doch bei den Vätern? \n  Warum gibt es keine kritische Theorie der Erziehung? Einige Versuche in der Richtung sind heute praktisch wieder vergessen. Das Erbe der geisteswissenschaftlichen Pädagogik machte es anscheinend unmöglich, sich von diesem Ansatz zu emanzipieren. Ein Indiz dafür sehe ich im Schluß der Ausführungen von Mollenhauer, in denen er wieder ganz zu Wilhelm Flitner zurückkehrt. \n  Mollenhauer \n   \n  Mollenhauer \n  wird aus dem Kreis gefragt, ob es für ihn ein zusammenfassendes Thema, ein zentrales Anliegen der Pädagogik gebe. \n  Mollenhauer: \n  \"Mein Thema lautet: 'Was will denn eigentlich die ältere Generation mit der jüngeren?'\" \n  Rauschenberger \n  stellt fest, daß Mollenhauer neuerdings mehrere plausible Erklärungen zu pädagogischen Sachverhalten liefere, die sich widersprächen. \n  Mollenhauer \n  meint dazu, im Gespräch mit seinem akademischen Publikum mit seinem Anspruch und Standard mache er Selbstbildungsübungen und da leiste er sich gewisse Widersprüche. Handeln denn die \"Vergessenen Zusammenhänge\" von dem, was der Autor vergaß? wird er ergänzend gefragt. \n  Mollenhauer: \n  Ja. Aber es geht auch um einen Nachholbedarf für unsere Disziplin, für die Studenten. \n  Loch \n  \n  Mollenhauer: \n  \n   \n  Lütgert \n  \n  Scheilke \n   \n   1.  Wo liegen Zusammenhang und Abgrenzung im Verhältnis von Pädagogik und Politik?  2.    3.  Die erneute Hinwendung zum Bildungs-Begriff bedarf weiterer Klärung. Was heißt das für die Bildungspolitik?  4.  Ich habe die \"Wende\" Mollenhauers auch als eine Art Treulosigkeit gegenüber den Adoptiv-Kindern empfunden. Was bedeutet dieser Traditionsbruch für die junge Generation der Pädagogen, die sich an Mollenhauer und die ihm Gleichgesinnten angeschlossen hatten?  \n  Mollenhauer: \n  Das, was Sie, Herr Scheilke sagen, betrifft die ganze Zunft. Was mich angeht, so kann ich Ihre kritische Anfrage durchaus akzeptieren, ohne daß ich im Augenblick darauf antworten möchte. \n  Nipkow \n  nimmt noch einmal die Idee eines pädagogischen Grundgedankens auf, der die geschichtlichen Epochen übergreift. Was bedeutet dieser Zusammenhang über die Traditionsbrüche hinweg für die Weiterarbeit in der Pädagogik? \n  Mollenhauer \n  schließt das Gespräch ab, indem er die Frage stellt: Sollten wir in den linearen Stilisierungen des Umgangs mit geschichtlichen Problemen so weitermachen wie bisher oder neue Formen des Gesprächs und der Auseinandersetzung finden? Er habe das versucht, z. B. in der Interpretation von Rembrandt-Bildern. \n  Gibt es nicht zu denken, daß sich das Zeitbewußtsein des Kindes synchron mit seinem Erinnerungsvermögen entwickelt? \n  Er glaube, daß in dem Maße, wie es uns gelingt, die Breite und Tiefe der Überlieferung zu rezipieren, wir auch mehr Phantasie entwickeln könnten, um die Zukunft zu gestalten. \n  Das Gespräch ist aus den persönlichen Aufzeichnungen von Hans Bernhard Kaufmann rekonstruiert worden. \n    "